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REZENSION von Karin Hahn |
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BOOK REVIEWS WINTER 2010 Belletristik HORBUCH JUGENDBUCH KALENDAR |
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Belletristik Leon de Winter: Das Recht auf Rückkehr, Aus dem Niederländischen von Hanni Ehlers, Diogenes Verlag, Zürich, 550 Seiten, €22,90 „Wer nicht wiedergekommen ist, ist noch auf Reisen.“ 2024 Der niederländische Autor Leon de Winter mit Wohnsitz in Los Angeles und jüdischen Wurzeln zeichnet ein grausiges Zukunftsszenario Israels und des sich verschärfenden Nahost-Konflikts. Amerika hat sich zurückgezogen, Polen und Russland sind die wirtschaftlich, aufstrebenden Ländern. Israel inzwischen mutiert zu einem geschrumpften Stadtstadt um Tel Aviv, kämpft nun mit perfiden Sicherheitsmaßnahmen. An den Grenzübergängen wird jeder „gecleard“, um festzustellen, ob er genetisch Jude ist. Mauern türmen sich auf, eine Atmosphäre der Angst und Paranoia breitet sich aus, denn immer wieder werden die israelischen Hochsicherheitstrakte durchbrochen. Die Juden kehren in andere Länder zurück, doch Bram Mannheim, der einst erfolgreiche Professor für Geschichte mit Lehrstuhl in Princeton, bleibt seinem geschundenen Land treu und übt tätige Nächstenhilfe. Er sucht mit einem Verbündeten entführte jüdische Kinder, die offenbar in palästinensische Gebiete verschleppt wurden. In Zeitsprüngen von 2004 bis 2025 verfolgt der Leser Brams schweren Schicksalsweg. Einst glücklich verheiratet, verschwindet Brams vierjähriger Sohn Benny von einer Sekunde zur anderen, genau in dem Moment als ein wichtiger israelischer Staatsdiener Bram in seinem Haus in Princeton aufsuchen will. Schmerzhaft liest sich die qualvolle Suche nach dem Sohn, die den Vater fast in den Wahnsinn treibt. Zurück in Israel sind es Menschen wir Bram, die dieses auf den Exitus zusteuernde Land noch am Leben erhalten und doch wird auch er hinter die Machenschaften der äußeren Feinde gelangen, die Juden gegen Juden als Selbstmordattentäter missbrauchen. Leon de Winters stimmige Charakterzeichnungen überzeugen in diesem düsteren, wie beeindruckenden Roman. Mit hoher Intensität und einem Erzähltempo sondergleichen jagt der Autor den Leser bis zur letzten Seite, um dann vielleicht doch trotz aller bedrohlichen Zustände, allerdings nur im Roman, wieder zur inneren Ruhe zu gelangen.
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