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REZENSION von Karin Hahn |
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BOOK REVIEWS WINTER 2010 Belletristik HORBUCH JUGENDBUCH KALENDAR |
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Krimi Felicitas Mayall: Die Stunde der Zikaden Laura Gottberg ermittelt, Kindler Verlag, Reinbeck 2009, 400 Seiten, €19,90 „Das ist ein wunderbarer Urlaub, Angelo. Ein bisschen wie ein surrealer Traum.“ „Manchmal denke ich, das liegt an dir, Laura.“ Wenn Kommissare Urlaub machen, dann kann es nicht lang dauern und die erste Leiche taucht auf. Laura Gottberg, Kriminalhauptkommissarin aus München und der Commissario Angelo Guerrini aus Siena sind ein Liebespaar und wollen ihre Ferien in der Toskana verbringen, in einem Villenviertel in Portotrusco, einem Ort, in dem Angelo als Kind lebte. Es ist eine abgezäunte Nobelgegend, die bewacht, doch in letzter Zeit durch mehrere Einbrüche ins Gespräch gekommen ist. Als Laura an den Strand geht und kurz in die kühlen Wellen eintaucht, hat sie das Gefühl mit etwas zusammengestoßen zu sein. Ein Toter. Kaum hat sie ihn gesehen, ist er auch schon wieder im Meer verschwunden. Angelo und sie beschließen nichts zu melden, denn sie wollen Urlaub machen und hoffen, die Leiche taucht anderswo wieder auf. Aber die Atmosphäre bleibt gespannt, denn der Pförtner Ernesto Orrechio ist verschwunden. Gegen ein gewisses Trinkgeld hat er ab und zu die Schranke für Transporte geöffnet. Nun ist er verschwunden und mit ihm eine bestimmte Ladung, die er sichern sollte. Laura Gottberg lernt den windigen Villenbesitzer Enrico die Colalto kennen, den Angelo bereits seit seiner Kindheit kennt. Offensichtlich sind er und sein Vater durch Geschäfte verbandelt. Die Urlauber werden zum Essen geladen und werden das Gefühl nicht los, dass etwas nicht stimmt. Beide fangen an zu ermitteln, denn niemand kann über seinen Schatten springen. Als einzige Bewohner des Villengeländes im Oktober lernen die beiden Polizisten den Münchner Sebastian Ruben und einen Schweizer Eventmanager kennen. Schnell ahnen die beiden, dass der Villenbesitzer und diese beiden Urlauber unter einer Decke stecken. Es geht um illegalen Kunsthandel in der Landschaft der Etrusker. Als die beiden urlaubenden Polizisten dann auch noch um ihre Leben fürchten müssen, ist ihre Neugier hinter die Machenschaften di Colaltos zu gelangen, erst recht geweckt. Besonders verwegen oder spannend ist der Krimiplot kaum und auch nicht frei von Klischees. Doch lässt man sich auf die Geschichte ein, dann macht den Reiz der Geschichte eher die italienische Landschaft, das Essen, der Umgang der beiden doch nicht mehr ganz so frisch Verliebten und ihr beruflicher Ehrgeiz aus. Laura Gottberg ist einfach eine sympathische Ermittlerin, die mit beiden Beinen im Leben steht und auch im Urlaub ihrer Passion nachgehen muss. Guerrini ergeht es ähnlich und das scheint die beiden, auf höchst angenehme Weise zu verbinden. Temporeich geschrieben fühlt sich der Leser gut unterhalten und schlägt das Buch mit einer leichten Sehnsucht nach gutem italienischen Essen und einem einsamen Urlaub am Meer zu.
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