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von Karin Hahn

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Kay Langdale: Was das Herz weiß, Kindler, Rowohlt Verlag, Reinbek 2009, 288 S., 19,90 €

Wie schnell lang gepflegte, offenbar glückliche Lebenskonzepte in sich zusammen brechen können, wenn das Gleichgewicht nicht mehr stimmt und Vertrauen fehlt, davon erzählt dieser Roman, dessen Titel, gleich vorweggenommen, eine kitschige Handlung impliziert und leider recht behalten muss.

Zu Beginn der Geschichte ist davon noch nichts zu spüren. Kay Langdale erzählt von einem in die Jahre gekommenen Ehepaar, Jane und Nick Thompson, dass sich ein fast perfektes Leben eingerichtet hat. Sie haben sich gegen Kinder entschieden und scheinen damit auch gut zurechtzukommen. Scheinbar. Aber langsam stellt sich heraus, dass Jane keine Kinder wollte, da sie ein schwieriges Verhältnis zu ihrer Mutter hat, die sie zeitlebens nur demütigte. Nie hat sie mit ihrem Mann darüber gesprochen. Nick entdeckt beim Einzug der alleinstehenden Nachbarin Evie im Nachbarhaus wie sehr ihn ihr ältester Sohn Felix interessiert, zu dem er auch bald eine gute Beziehung aufbaut. Als Jane ihre demenzkranke Mutter zuerst vorübergehend, dann dauerhaft aufnimmt und sogar ihren Beruf aufgibt, entfremden sich die Eheleute. Qualvoll ist zu lesen, wie wenig sich Jane von ihrer Mutter innerlich trennen kann, wie sehr ihr Leben von den Erlebnissen in der Kindheit geprägt sind.

Nick entfernt sich innerlich von Jane, die immer unzufriedener wird. Er fühlt sich zu Evie hingezogen, die ein lockerleichtes, fröhliches, allerdings finanziell instabiles Leben mit ihren beiden Kindern führt.

Jede Figur erzählt die Geschehnisse aus ihrer Sicht, aber dabei verändert Kay Langdale kaum die Erzählhaltung. Die herrische Schwester von Evie taucht auf und das Unglück nimmt seinen Lauf.

Auch wenn sich „Was das Herz weiß“ wie ein wunderbarer Schmöker liest, bleibt ein Nachgeschmack, denn zu harmonisch schließen sich die Kreise, bedingt durch den gewaltsamen Tod Evies. Leider nicht sehr glaubwürdig und wie der Titel einfach zu kitschig.

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