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von Karin Hahn

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Belletristik

Judith Kuckart: Die Verdächtige, DuMont Buchverlag, Köln 2008, 285 Seiten, €19,90

„.... fiel im Wohnzimmer das Wort Geisterbahn. Passt ja, dachte er, jeder von uns sitzt in seiner eigenen, und manchmal ist die Streckenführung im Leben so blöd, dass man im Dunkeln zusammenstößt, die Wucht des Zusammenpralls löst die falschen Gefühle aus, und plötzlich ist jeder mit jedem verwandt.“

Und genau so wird es auch geschehen – jeder hat mit jedem in diesem verworrenen Kriminalroman zu tun. Robert Mandt, Kriminalkommisar, der wie Georg Clooney aussieht ( Judith Kuckart bemerkte in einem Interview, dass sie, wenn sie schon drei Jahre mit einem Romanstoff verbringen wird, diese Zeit dann auch mit einem attraktiven Protagonisten füllen möchte.), wird sich in die Verdächtige Marga Burg verlieben. Sie, die so altmodisch ist, vermisst ihren Freund Mathias Böhm, der wiederum Kontakt hatte zu Roberts Ex-Frau Isa. Ein Kreis, der sich schließen könnte. Zum Personal gehören noch der seltsame Bruder von Marga, das dicke Kind Andreas in den Dreißigern und die bodenständige Kollegin von Robert, Nico.

Robert befindet sich in einer privaten Krise. Er geht auf die 40 zu, ist seit einem Jahr geschieden und trauert immer noch seiner Frau hinterher. Irgendwie hatten sie sich aus den Augen verloren. Als Marga Burg ins Präsidium kommt und ihre Vermisstenanzeige macht, funkt es auf unerklärliche Weise zwischen diesen beiden traurigen Protagonisten. Die Frau in der altmodischen Kleidung sorgt sich um ihren Freund Mathias. Er ist nach einer Fahrt mit der Geisterbahn nicht mehr zurückgekehrt. Marga stellt eigene Recherchen an und zieht mit den Schaustellern gerade dieser Geisterbahn durch die Lande und wird doch nicht fündig. Sie ist eine undurchsichtige Person. In der Geisterbahn übernimmt sie die Aufgabe der kalten Hand. Nur Frauen dürfen innerhalb der Bahn den Fahrenden die kalte Hand in den Nacken legen – ein Mordsschreck. Marga reist Robert auf einer Vortragsreise hinterher. Sie werden ein Paar und doch wieder nicht. Auf Robert wird geschossen, nachdem auch noch Margas Bruder verschwindet. Alles rätselhaft und undurchsichtig.

Judith Kuckart findet für den Seelenzustand ihrer verlorenen Figuren eindrückliche Sprachbilder. Zum einen schildert sie einen Kriminalfall, der auch aufgelöst wird, zum anderen hat sie einen feinfühligen Liebesroman geschrieben.

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