REZENSION

von Karin Hahn

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Watt Key: Alabama Moon, Deutsch von Jaqueline Csuss, Cecilie Dressler Verlag, Hamburg 2008, 384 Seiten, €15,90

Wenn der 10-jährige Moon zu Beginn der Handlung erzählt, was er von seinem Vater gelernt hat, dann könnte man denken, dass der Junge in der Biberhose und dem Hirschlederhut auf dem Kopf in der Steinzeit lebt. Weit gefehlt, denn Moon, der vor nichts Angst hat und sein Vater, ein zutiefst enttäuschter Vietnam-Veteran, leben tief in den Wäldern Alabamas in der Neuzeit. Hier ist seine Mutter gestorben und auch seinen Vater muss Moon nach einem Unfall im Wald allein begraben. Moons einziger Kontakt zur Außenwelt ist der Inhaber eines kleinen Kramladens. Ihm erzählt der Jungen, dass er nun nach Alaska gehen wird, dahin wo Menschen noch frei und nur auf sich gestellt leben können, so die letzten Worte von Moons Vater. Moon hat schon immer ums Überleben gekämpft und auch jetzt wird er nicht aufgeben.

Er Kinderroman „Alabama Moon“ liest sich äußerst spannend. Zum einen fasziniert, wie der Junge es schafft, mit den von der Natur zur Verfügung gestellten Ressourcen zu existieren, zum anderen, wie seine Umwelt auf ihn als „Wilden“ reagiert. Dem Leser, der nur in den Supermarkt gehen muss und gemütlich in der warmen Wohnung sitzt, scheint dieser einmalige Ausflug mit Moon wie ein Abenteuer, aber auch wie ein Krimi oder ein Roadmovie. Nur für Moon ist es nicht witzig, denn ein brutaler Polizist stöbert den Jungen auf, wirft ihn ins Gefängnis und dann in ein Heim. Moon denkt nur an den Ausbruch und findet auf geschickte Weise und gar nicht weltfremd gute Freunde in Kit und Hal. Die drei Outcasts schlagen sich so gut sie können in den Wäldern durch. Sie essen gefüllte Schlange und trinken Kiefernnadeltee. Moon will sein Gewehr vom alten Platz holen und sich dann auf den Weg nach Alaska begeben. Doch der Polizist ist hinter Moon her.

Rasant und einem Schmöker gleich liest sich diese Wahnsinnsgeschichte, die gerade Jungen begeistern wird. Moon ist trotz seiner zehn Jahre fern ab der Zivilisation ein mitfühlender Mensch geworden und seine bedingungslose Zuneigung zu Kit, dem kranken Jungen, bewegt und berührt. Moon beginnt durch seine Erlebnisse langsam an den Worten seines Vaters zu zweifeln. Doch dann eröffnet sich für den Jungen eine ganz neue Perspektive weit fort von Alaska, mit der er in seinen kühnsten Träumen nicht gerechnet hätte.

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