REZENSION

von Karin Hahn

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Vicky Cristina Barcelona, USA, 2008

Buch und Regie: Woody Allen

Concorde Verleih

Filmstart: 4. Dezember 2008

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Zwei junge Amerikanerinnen, Vicky und Cristina, reisen im Sommer nach Barcelona. Sie trinken Wein, interessieren sich für Kunst und Kultur und leben in den Tag hinein. Gern debattieren sie über die Liebe, die für Cristina ein Rätsel ist, für Vicky bereits geklärt, denn sie ist verlobt und will demnächst heiraten. Wenn Vicky mit ihrem Liebsten telefoniert, dreht sich das Gespräch um Häuser. Eine Stimme aus dem Off kommentiert alles, was die beiden veranstalten und protokolliert ohne jede Form von Ironie ( irgendwie wartet man bei Woody Allen immer auf diesen Moment) den Tagesablauf der Frauen. Worum dreht sich dieser Film? Kaum, um die Frage, wie man leben soll oder was Kunst im Leben eigentlich bedeutet. Doch dann taucht der attraktive spanische Maler Juan Antonio auf und nichts wird besser. Cristina ist schnell entflammt, Vicky hält sich an ihrem spießigen Verlobten fest und wird doch bei schmalziger Gitarrenmusik und dem schmachtenden Blick aus den treuherzigen, braunen Augen des Malers schwach. Juan Antonio zeigt den Frauen Oviedo, fliegt sein eigenes Flugzeug, zeigt offen seine sexuellen Wünsche und wird zum Würstchen als seine Ex-Frau auftaucht, die ihn angeblich aus Eifersucht umbringen wollte. Die Ex ist ebenfalls Malerin und protzt nur so mit ihren genialen Fähigkeiten. Da wird hysterisch mit Farbe auf Leinwände einschlagen und pausenlos dahergeredet. Cristina und Juan Antonio werden ein Paar, die Ex gesellt sich dazu und alle sind zu dritt glücklich als Cristina endlich auch ihre Fähigkeiten als Fotografin entdeckt. Alle Figuren nehmen sich schrecklich ernst und der Zuschauer fragt sich, was Woody Allen an dieser faden Geschichte gereizt hat. Der Film ist ein oberflächliches Desaster ohne Sommerflirren, ohne Leichtigkeit, ohne Sinn.

Niemand nimmt den anderen ernst, obwohl ständig tief schürfende, Teils lächerliche Gespräche über das eigene Ego dem anderen aufgezwungen werden. Phantastische Schauspieler ( Scarlett Johansson, Rebecca Hall, Javier Bardem, Penélope Cruz) agieren vor kaum interessanten Stadtbildern und machen sich zur Karikatur ihrer eigenen Figur. Kein Film für den Winter und schon gar nicht für den Sommer.

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