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REZENSION von Karin Hahn |
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Charlie Ayres: Das Leben der großen Künstler, DuMont Buchverlag, Köln 2008, 96 Seiten mit 114 farbigen Abbildungen, €17,90 Vincent van Gogh, Hans Holbein, William Turner oder Claude Monet sind Malernamen, die Kinder vielleicht schon irgendwann mal gehört oder Gemälde von ihnen gesehen haben und nun neugierig geworden sind. Jeweils auf zwei Doppelseiten stellt Charlie Ayres europäische Künstler mit ihren Arbeiten vor und konzentriert sich auf den Zeitraum vom 14 . bis zum 19. Jahrhundert. In exzellenter Bildqualität präsentiert der Verlag zahlreiche Reproduktionen, denn dieses Buch ist zuerst einmal zum Schauen da und dann zum Lesen der informativen kurzen Texte, die keinen Wert auf biografische Vollständigkeit ( die Biografien der Künstler kann der Leser am Ende des Buches einsehen) legen, sondern auf die Interpretation der Bilder und die künstlerische Originalität des jeweiligen Meisters. Und Charlie Ayres verbindet mit den gezeigten Arbeiten kurze Episoden aus dem Leben von El Greco, Albrecht Dürer, Francisco de Goya oder Caravaggio. So erinnert Giotto sich in seinen Gemälden, z.B. von der heiligen Familie an seine eigene zu Hause. Immer auf Reisen durch ganz Italien vermisst er seine Kinder und seine Frau. Wie ein roter Faden zieht sich durch die einzelnen Darstellungen die Suche nach dem Realen, dem Lebensnahen und dem Wahren in den Porträts. Ganz nebenbei werden Maltechniken erläutert und vor allem bei Giotto, wie er seinen dargestellten Menschen, allen voran der Christus Figur, Leben eingehaucht hat. Wer mehr von Giotto und den anderen Meistern sehen möchte, wird auf Homepages hingewiesen, die ohne bedenken weiterzuempfehlen sind. Den Leser zieht der Autor des Sachbuches aber auch in seine Zeitreisen durch die Kunst hinein. Immer wieder wird er aufgefordert, einen Kartoffeldruck zu probieren oder bei da Vinci eine fantastische Landschaft zu malen, ein Puzzle oder gar eine gruselige Gestalt. Viele verschiedene Techniken werden zum Nachmachen angeregt und immer wieder fließen Tipps ein, wie die Künstler gearbeitet haben. Bei Eugène Delacroix kann der Leser in sein Skizzenbuch schauen, auch William Turner sammelte seine Skizzenbücher sorgfältig, um in ihnen später nach Motiven zu suchen. Dieses Sachbuch ist eine wahre Augenweide. Die begleitenden, verständlich geschriebenen Texte überfordern den Leser nicht. Ganz im Gegenteil, sie regen durch die klare Sprache und die Informationen nie abgehoben, sondern immer nah am Leben zum tieferen Eintauchen in die Kunst an.
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