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REZENSION von Karin Hahn |
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BOOK REVIEWS SUMMER 2009 Belletristik |
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Krimi Camilla Läckberg: Die Töchter der Kälte, Aus dem Schwedischen von Gisela Kosubek, Aufbau-Verlag, Berlin 2009, TB, 474 Seiten, €9, 95 „Das nasse Haar fiel wie ein Fächer um ihr bleiches Gesicht, und ihr gläserner Blick schien an den dahinjagenden grauen Wolken zu haften. Patrick hatte sich zunächst abgewandt, aber nun schaute er widerstrebend auf das Kind hinunter. Ein kalte Hand packte sein Herz.“ Die schwedische Krimiautorin Camilla Läckberg ist eine Entdeckung. Fein spinnt sie ihre Fäden von Familie zu Familie, von der Gegenwart in die Vergangenheit und zurück. Auch bei ihr ist die Familie, so gut sie auch funktionieren mag, in vielerlei Hinsicht ein einsamer Ort. Es wird oftmals nicht viel gesprochen, es fallen leere Sätze, man lebt aneinander vorbei oder hegt Erwartungen, die einfach nicht erfüllt werden können. Aber es herrscht auch eine Vertrautheit in kleinen Gesten, es gibt Trost und Tristess. Camilla Läckberg erzählt von mehreren Familien und verweigert sich dem linearen Erzählen. Wie ein Puzzlespiel muss sich der Leser die Teile zusammenstellen, um hinter ein großes Geheimnis zu gelangen. Dieses Mal sind es vor allem sehr unterschiedliche Mütter, die in ihrem Verhalten gezeichnet werden. Es sind die liebevollen, die überforderten, die kalten, die kraftlosen, die aufopfernden und die grausamen Mütter, die Camilla Läckberg in ihren Gefühlswelten und Reaktionen beobachtet. Aufrichtig beschreibt sie die Schwierigkeiten, die gerade beruflich aktive Frauen haben, wenn sie Mutter werden und ihnen alles entgleitet. Frauen mit ihren Abgründen und Fähigkeiten sind ihr die liebsten Protagonistinnen, denen die "Königin der Kriminalromane" mit großer Leserschaft ihre gesamte Aufmerksamkeit widmet. Psychologische Tiefe, ein unterhaltsamer Stil und Glaubwürdigkeit zeichnen diesen Roman aus. Ein kleines Mädchen wird in einem Fischernetz entdeckt. Doch hier fand kein Unfall statt, sondern ein Mord, denn das Kind wurde in der Badewanne ertränkt. Rätselhaft bleibt ein weiteres Indiz. Die Gerichtsmediziner finden Asche im Mund des jungen Opfers. Patrick Hedström, gerade Vater geworden, übernimmt den Fall und fühlt sich überfordert, denn seine Frau erwartet seine Hilfe, die er ihr nicht geben kann. Was geschieht hinter Türen, die sich schließen? Tragische Geschichten spielen sich in Camilla Läckbergs vielschichtigem Roman ab, denn neben dem unbegreiflichen Mord, geht es auch um Kinderpornografie, Gewalt in der Familie, eine eiskalt mordende Frau und ihre Sehnsucht nach einem Kind und vor allem, um eine Gesellschaft, in der gern weggeschaut wird.
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