|
REZENSION von Karin Hahn |
scriptwriting software | |||||||||||||
|
BOOK REVIEWS SUMMER 2009 Belletristik |
||||||||||||||
|
Candace Bushnell: One Fifth Avenue, DuMont Buchverlag, Köln 2009, 460 Seiten, €19,95 „Die One Fifth war ein lebendiges Kunstwerk, einzigartig und vollkommen in seiner Gestaltung. Auch die Lage am Ende der Fifth Avenue war perfekt, nahe, aber nicht zu nahe, am Washington Square Park. Und dann die Adresse selbst.'One Fifth.' Klar und respekteinflößend.“ Als Handlungsort ihres jüngsten, gesellschaftskritischen Romans hat sich Candace Bushnell, amerikanische Kolumnistin, ehemalige Vogue- Redakteurin, vor allem aber: weltberühmte Autorin von Sex and the City, das alte, wie berühmte Art-Déco-Hochhaus ausgesucht. Mit dem Tod der 99-jährigen Gesellschaftsdame Louise, die im Penthouses logierte, scheint auch eine bestimmte Klientel, die diese mehrstöckige, weiträumige Wohnung finanzieren konnte, ausgestorben. Musiker, Schriftsteller und Kunstschaffende lebten einst in dieser noblen Adresse, doch nun drängt sich ein Hedgefondmanager mit seiner Frau, die als Anwältin in Washington arbeitete, der Eigentümergemeinschaft auf und kauft ohne große Anstrengungen das begehrte 20 Millionen schwere Anwesen. Philip, der bekannte Autor, der im 13. Stock sein Appartment hat, jetzt allerdings nur noch seichte Drehbücher schreibt, ist einer der Anwohner und Charlene Diamond, eine bekannte Schauspielerin, die mit Philip vor Jahren liiert war, gehört zum illustren Kreis der Bewohner. Die Hoffnung auf Erfolg und einen große Portion Ehrgeiz zeichnen die Bewohner der unteren Etagen aus, die oftmals neidisch nach oben blicken. So auch Mindy, die Vorsitzende der Eigentümergesellschaft, die ihre Macht ausspielen will und dabei kläglich untergeht. Sie bedient sich der neuesten Medien und breitet sich in ihrem Blog aus, der dann auch prompt zu Gesprächsstoff und zur Angriffsfläche auf ihre Person herausfordert. Ihr Mann, ebenfalls Schriftsteller und in ihren Augen eher ein Versager, entpuppt sich als kleiner Goldesel, denn sein neuer Roman, der Mindy nicht im geringsten interessiert, scheint den Zeitgeist getroffen zu haben. Mit Intrigen, Bespitzlungen und gegenseitigen Anschuldigungen machen die so über allem stehenden Bewohner des berühmten Hauses sich das Leben schwer. Am interessantesten sind Bushnells Figuren, die wie Schmarotzer an den reichen Einwohnern kleben. Der schwule Billy Lichtfield ist eine der tragischen Figuren. Durch seine Verbindungen zur Kunstwelt, zu seiner Gönnerin Louise und den guten Kontakten zu den Schönen und Reichen Manhattans finanziert er sich ein Leben auf Schein, ohne Spareinlagen oder gar Sicherheiten. Die junge Lola Fabrikant, die gestellte Aufgaben und Anforderungen mit ihren weiblichen Reizen und nur auf Shopping und Gesellschaftsklatsch orientierten Verstand kompensiert, ist die schillerndste Figur. Sie baut gezielt ihre Karriere auf Sex auf und wähnt sich in dem Glauben unwiderstehlich zu sein. Mit jugendlicher Naivität und dümmlicher Arroganz und Anmaßung stattet Candace Bushnell diese Figur aus und karikiert eine ganze Generation, die auf Äußerlichkeiten baut, dem Kapital der Familien und zugleich auf einen leichten Aufstieg hofft. Lola ist das Produkt ihrer Eltern, die ersten Opfer der Wirtschaftskrise. Wirkungssicher klingen hier bereits die Vorzeichen und Vorgeräusche der aktuellen Krise an. Candace Bushnell verbindet geschickt in ihrer Fiktion eine Figur mit der anderen und so baut sie auch ihre Erzählstruktur auf. Eine Geschichte greift in die andere und alle Personen treffen sich immer wieder. Ein unterhaltsam zu lesender Gesellschaftsroman, voller Bissigkeiten und Kritik an der Sucht öffentlich präsent zu sein und der Gier nach immer mehr Geld ohne Skrupel.
|
||||||||||||||
| BOOK REVIEWS | ||||||||||||||
|
|
||||||||||||||
| VIDEO ON DEMAND | ||||||||||||||
| History Philosophy | ||||||||||||||
| Arts | ||||||||||||||
| Natural Science | ||||||||||||||
| Contemporary | ||||||||||||||